Die Bitten eines Tieres

Mein Tierleben dauert einige Jahre, mal ist es kürzer, mal länger.

Jede Trennung von Dir bedeutet für mich großes Leid. Bedenke das, ehe Du mich zu Dir nimmst!

Lass uns beiden Zeit, uns kennenzulernen und uns zu verstehen; werde nicht ungeduldig, wenn Du etwas von mir verlangst, was ich noch nicht kenne oder weiß!

Habe Vertrauen zu mir, denn davon lebe ich, weil ich auch Dir vertraue. Du bist alles, was ich habe, für Dich würde ich mein Leben geben!

Sei mir nicht böse, wenn ich einen Fehler oder Unsinn mache. Sperre mich niemals zu Strafe ein.

Du hast Deine Familie, Deine Freunde, Deine Arbeit, Dein Vergnügen. Ich habe nur Dich!

Sprich mit mir. Ich kann zwar deine Worte und ihren Sinn nicht verstehen, aber ich kenne Deine Stimme, auch wenn Du mir nur ganz leise etwas ins Ohr flüsterst. Schreie niemals mit mir!

Ich vergesse nie, wenn Du mich schlecht behandelst. Trotzdem halte ich zu Dir. Ich stehe zu Dir in guten und in schlechten Tagen, denn Du bist mein einziger Freund!

Schlage mich nicht! Denn, wenn ich ein Hund wäre, könnte ich Dich beißen. Wäre ich eine Katze, könnte ich Dich fürchterlich kratzen. Und wenn ich ein Pferd wäre, könnte ich Dich mit meinen Hufen treten. Das alles tue ich aber nicht, weil ich Dich liebe!

Schimpf nicht mit mir! Sage nicht, ich sei bockig, faul oder falsch. Denke in solchen Fällen viel mehr darüber nach, ob ich das richtige Futter habe, ob ich durstig bin, ob ich vielleicht krank bin? Oder ob ich bereits alt bin und mein Herz, dass nur für Dich schlägt, nicht schon verbraucht ist? Es gibt viele Gründe, vergiss es nie!

Wenn ich alt bin, kümmere Dich besonders um mich! Auch Du wirst einmal alt und brauchst vielleicht jemanden...

Gehe jeden Gang mit mir, besonders den Letzten! Sage dann nicht: "Ich kann nicht." Ich liebe Dich bis zu meinem letzten Atemzug, bis meine Augen sich schließen. Ich gehe getröstet von dieser Welt, wenn ich Deine Hand in meiner letzten Stunde spüre und sie mich zärtlich streichelt und wenn ich Deine Stimme höre, die sanft mit mir spricht. Nun fällt mir der Abschied von Dir leichter!

Danke!!!

 

 

Wer sagt, man könne Glück nicht kaufen, vergaß junge Hunde.

 

 

Manchmal erwischt man den flüchtigen Blick eines Hundes, der nach Mitgefühl und Brüderlichkeit verlangt.

 

 

Woran sollte man sich von der endlosen Verstellung, Falschheit und Heimtücke der Menschen erholen, wenn die Hunde nicht wären, in deren ehrliches Gesicht man ohne Misstrauen schauen kann?

 

 

Er ist mein drittes Auge, das über die Wolken blickt, mein drittes Ohr, das über die Winde lauscht. Er ist ein Teil von mir, der sich bis zum Meer erstreckt. Wie er sich an meine Beine lehnt, beim leisesten Lächeln mit dem Schwanz wedelt, seinen Schmerz zeigt, wenn ich ohne ihn ausgehe..., sagt mir tausendmal, dass ich der einzige Grund seines Daseins bin.

Habe ich Unrecht, verzeiht er mir mit Wonne. Bin ich wütend, bringt er mich zum Lachen. Bin ich glücklich, wird er vor Freude fast verrückt. Mache ich mich zum Narren, sieht er darüber hinweg. Gelingt mir etwas, lobt er mich. Ohne ihn bin ich nur einer unter vielen. Mit ihm bin ich stark. Er ist die Treue selbst. Er lehrte mir die Bedeutung der Liebe. Durch ihn erfahre ich seelischen Trost und inneren Frieden.

Er lehrte mich verstehen, wo vorher nur Ignoranz war. Sein Kopf auf meinem Knie heilt meine menschlichen Schmerzen. In seiner Gegenwart habe ich keine Angst vor Dunkelheit und Unbekanntem. Er versprach auf mich zu warten..., wann und wo auch immer..., ich könnte ihn ja brauchen. Und ich brauche ihn - wie ich es immer getan habe. Er ist eben mein Hund.

 

 

Freude an einem Hund haben Sie erst, wenn Sie nicht versuchen, aus ihm einen halben Menschen zu machen. Ziehen Sie statt dessen doch einmal die Möglichkeit in Betracht, selbst zu einem halben Hund zu werden.

 

 

Tiere sind wunderbare Freunde, sie stellen keine Fragen und kritisieren nicht.